Nachtfotografie

Was brauche ich für die Nachtfotografie?

Das passende Stativ

Ganz wichtig ist ein ordentliches Stativ. Dabei ist zu beachten, dass es
nicht aus Plastik ist und möglichst wenige Einschübe hat. Nur dann
gewährleistet es eine optimale Stabilität. Das wirkt sich natürlich auf das
Gewicht und das Pack-Maß aus. Mein Tipp: Mit einer Carbon Variante lässt sich
das Gewicht deutlich reduzieren.

Fernauslöser

Das Nächste, was ihr benötigt, ist ein Fernauslöser, da nachts schon einmal
Belichtungszeiten jenseits der 30 Sekunden möglich sind und ihr im Bulb-Modus
arbeiten müsst. Ein einfacher Auslöser für ein paar Euro reicht dabei erst
einmal aus. Wenn es etwas mehr sein sollte, könnt ihr in einen Auslöser
investieren, der programmierbar ist und mit dem ihr die Zeit, die belichtet
werden soll, einstellen könnt.

Taschenlampe

Das dritte nützliche Werkzeug ist die Taschenlampe. Auch wenn ihr eure
Kamera genau kennt, müsst ihr ab und zu etwas im Dunkeln suchen. Eine kleine
Taschenlampe hilft natürlich auch, um nach euren Shooting nach Hause zu finden,
gerade wenn ihr in der freien Natur unterwegs seid. Als kreatives Gimmick könnt
ihr die Taschenlampe auch noch dazu nutzen, kleine Lichteffekte in eure Bilder
zu zaubern oder etwas mit Licht zu malen.

Wenn ihr jetzt noch eure Kamera mit Objektiv, vollen Akkus und leerer
Speicherkarte in eurem Rucksack habt, dann kann euch nur noch der Sonnenaufgang
stoppen.

Wie finde ich die passende Location?

Passende Locations gibt es eigentlich überall. Und nachts schaut alles
anders aus als tagsüber. Es gibt Straßenlaternen, vorbei fahrende Fahrzeuge
oder aber ein entferntes, beleuchtetes Dorf. Bei ausreichender Belichtung könnt
ihr auch ein unbeleuchtetes Gebäude fotografieren. Gerade in der Stadt ist
immer genügend Umgebungslicht. Und besonders gut eignen sich wegen der
Lichtspiegelungen Gewässer jeglicher Art.

Das passende Wetter

Während der blauen Stunde lassen sich sehr schöne Nachtaufnahmen machen. Es
ist schon so dunkel, dass die Lichter der Stadt leuchten, gleichzeitig hat der
Himmel immer noch Farbe und grenzt sich besonders gut von dunklen Gebäuden ab.
Aber auch Nebel oder ein wolkiger Himmel sollte euch nicht vom Fotografieren
abhalten. Die Wolken reflektieren das Licht der Stadt und der Nebel macht
Lichtquellen wie Straßenlaternen besonders sichtbar. Fotos, die bei einer
ungünstigen Wetterlage gemacht wurden, haben ihren besonderen Reiz, denn bei
schönen warmen Wettern kann ja jeder Fotos machen.

Der richtige Zeitpunkt für das
Motiv!

Bei der Suche nach eurer Location
achtet auf Brücken über viel befahrende Straßen. Dabei solltet ihr bedenken,
dass zwischen 18-20 Uhr die meisten Leute auf dem Weg nach Hause sind. Das
betrifft auch Bürogebäude. Wollt ihr ein beleuchtetes Bürogebäude
fotografieren, heißt es nicht zu spät kommen, sonst trefft ihr höchstens noch
den Reinigungsdienst und einige wenige beleuchtete Fenster an .

Wie stelle
ich meine Kamera richtig ein?

Bei einem Nachtfoto ist es besonders
schön, wenn aus Lichtquellen Sterne werden. Diese Sterne erreicht man durch
eine hohe Blende. Am besten ist eine Blende kleiner als f/11. Bei einer
Einsteigerkamera solltet ihr die Blende allerdings nicht zu groß wählen. Sonst
kommt ihr schnell in den Bereich der Beugungsunschärfe.

Wie fokussiere ich?

Oft versagt im Dunkeln der
Autofokus, daher rate ich dazu, den Live-View-Modus zu verwenden. Oft kann man
hier bis zu 10x vergrößern und dennoch ein Bild mit normaler Vergrößerung
schießen. In der 10x Vergrößerung lässt sich sehr gut fokussieren. Ein weiterer
Tipp: zum Fokussieren die Kamera auf die kleinste Blende und einen hohen
ISO-Wert einstellen. Oft wird dadurch das Live-Bild heller. Um das Foto zu
schießen, solltet ihr aber wieder die Blende und den ISO-Wert regulieren.

Wie errechne ich die richtige Belichtungszeit?

Das Problem ist, dass es oft so dunkel ist und wir mit einer so kleinen
Blende arbeiten möchten, dass die Belichtungsmessung der Kamera den Wert nicht
mehr errechnen kann. Die meisten Kameras zeigen nur Zeiten bis zu 30 Sekunden
an. Alles darüber hinaus quittieren die meisten Modelle nur noch mit einer
blickenden 30, einer roten 30 oder ähnlichen Signalen. Wie bekomme ich also die
richtige Zeit heraus? Dazu machen wir uns die Blendenreihe zu nutzen. Wenn wir
unsere Blende um eine ganze Blendenstufe erhöhen, verdoppelt sich die Verschlusszeit,
um im Bild die gleichen Lichtverhältnisse zu haben. Wenn wir also wissen, dass
wir bei einer Blende von f/5.6 30 Sekunden belichten müssten, wissen wir auch,
dass wir bei Blende f/8 60 Sekunden belichten müssten und bei einer Blende von
f/11 120 Sekunden.

Wie bekomme ich sogenannte Light-Trails (Lichtstreifen von
vorbeifahrenden Fahrzeugen) am besten hin?

Um Light-Trails zu fotografieren braucht ihr zunächst eine passende Straße.
Wenn ihr diese gefunden habt, müsst ihr nur noch zählen, wie lange ein Fahrzeug
vom Anfang des Bildes bis zum Ende des Bildes b raucht. Wenn ihr dann ein
Gefühl dafür habt, wie schnell die Fahrzeuge sind, dann stellt ihr die Blende
im Bulb-Modus (Einstellungen für Canonund Nikon) so ein, dass ein korrekt belichtetes Bild
entstehen würde, wenn ihr so lange belichten. Wenn nun das nächste Objekt kommt
und dabei ist, ins Bild zu fahren, löst ihr mit dem Fernauslöser aus und hört
erst auf, wenn das Objekt am gewünschten Endpunkt ist. Ein wenig länger oder
kürzer spielt dabei kaum eine Rolle. Das könnt ihr später am Rechner wieder
ausgleichen.

Nachtaufnahmen

Motiv ISO 100 ISO 400 ISO 1600

Fließender
Verkehr

20 Sek –
Blende 4

20 Sek –
Blende 8

20 Sek –
Blende 16

Bühnenbeleuchtung

1/15 Sek –
Blende 2,8

1/60 Sek
-Blende 2,8

Sterne –
Streifen

300 Sek –
Blende 4

300 Sek –
Blende 8

300
Sek – Blende 16

Landschaft
b. Mondlicht

120
Sek – Blende 4

60 Sek
– Blende 5,6

60 Sek
– Blende 11

Der Mond

1/125 Sek
– Blende 8

1/500 Sek
– Blende 11

1/1000 Sek
– Blende 16

Szene bei Kerzenlicht

¼ Sek –
Blende 2

1/15 Sek
-Blende 2

1/30 Sek –
Blende 4

Weihnachtsbeleuchtung

1 Sek –
Blende 4

¼ Sek – Blende 4

1/15 Sek –
Blende 4

Helle Straße bei Nacht

1/30 Sek –
Blende 2,8

1/60 Sek – Blende 4

1/125 Sek –
Blende 5,6

Neonlichter

1/60 Sek
– Blende 2,9

1/125 Sek –
Blende 4

1/125 Sek –
Blende 5,6

Schaufenster

1/30 Sek – Blende 2,8

1/60 Sek –
Blende 4

1/125 Sek – Blende 5,6

Angestrahlte Gebäude

1 Sek –
Blende 4

½ Sek – Blende 5,6

¼ Sek –
Blende 8

Stadtsilhouette b. Nacht

4 Sek – Blende
2,8

1 Sek –
Blende 2,8

1 Sek –
Blende 5,6

Stadtsilh. b.Dämmerung

1/30 Sek –
Blende 5,6

1/60 Sek –
Blende 8

1/125 Sek –
Blende 11

Stativ ist bei Langzeitbelichtung Pflicht

Spiegelvorauslösung
unter Individualeinstellung einschalten (der Spiegel klappt vor dem
Auslösen hoch –

dadurch entsteht durch das Hochklappen des Spiegels
keine Verwackelung) – Auslösung erfolgt beim

2. Drücken des Auslösers

Mindestens aber Selbstauslöser oder Fernbedienung

Noch höhere ISO Zahlen ermöglichen eine weiter geschlossene
Blende, bringen aber auch mehr Rauschen ins Bild

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